Der systemische Ansatz

Grundannahmen

  • Innerhalb eines Systems
    Ich bin in soziale Systeme eingebunden, z.B. die Familie, die Gruppe, die Firma, die Gesellschaft. Je nach Gruppe variiert mein Verhalten. Das jeweilige System prägt mich. Ich beeinflusse meinerseits die verschiedenen Systeme, in denen ich mich bewege.
  • Wirklichkeitskonstruktion
    Die Art, wie ich meine Umwelt sehe, ist ausschlaggebend dafür, wie ich mich fühle und welche Konsequenzen ich für mein Verhalten ziehe. Je nachdem, aus welcher Perspektive ich auf einen Sachverhalt schaue, kann er sehr unterschiedlich aussehen und sehr unterschiedliche Gefühle und Reaktionen auslösen.
  • Sich selbst erzeugen
    Wenn ich auf meine Umwelt reagiere, greife ich auf das Wissen zurück, das ich bis dahin aufgrund meiner Erfahrungen erworben habe. Neues wird mit Hilfe dieses Wissens geprüft, verändert und integriert oder zurückgewiesen.
  • Rückkopplung
    Da der Kontakt mit der Umwelt dazu anregt, neue Ideen in das eigene System aufzunehmen, ist Veränderung durch diesen Kontakt möglich.
  • Zirkulär statt linear
    In komplexen Systemen ergeben sich netzartige Verknüpfungen, die mit linearen Erklärungsmodellen meist nicht mehr nachzuvollziehen sind.
  • Dynamisches Gleichgewicht
    Ich als Mensch befinde mich in der Regel in einem dynamischen Gleichgewicht, das heißt, es gibt keinen Zustand der Ruhe, sondern ich stelle mich in einem fort auf sich verändernde Umstände ein.
  • Dynamik entsteht durch Widerspruch
    Widerspruch, der ein stabiles System aus der Balance bringen kann, ist der Motor für Bewegung und Veränderung.
  • Kybernetik 2. Ordnung
    Wenn ich ein System beobachte, bin ich schon Teil dieses Systems. Ich kann nicht als unbeteiligte Beobachterin außen vor bleiben. Indem ich zu einem Teil werde, erzeuge ich einen Anstoß, der dieses System schon verändern kann. Es kann auch mich verändern. Deshalb muss ich mich dabei beobachten, wie ich beobachte und agiere.

Grundhaltungen

  • Muster
    Ich suche nach den Mustern, die sich in den Beziehungen um mich herum gebildet haben. Dann kann ich entscheiden, in welcher Situation ein Muster sinnvoll ist und ob ich es beibehalte oder aufgebe, falls es mich behindert. Nicht warum ich das Muster habe ist die Frage, sondern wozu es gut ist und welche Muster ich brauche.
  • Perspektivwechsel
    In der Auseinandersetzung mit anderen nimmt meine Vorstellung von der Realität Gestalt an und wird veränderbar.
    Ein Wechsel des Standpunktes kann befreiend sein. Ich muss ihn nicht beibehalten, ich kann ihn aber ausprobieren. Welche Perspektive passt am besten zu mir und meinem Umfeld? Welche eröffnet die besten Möglichkeiten?
  • Keine Ratschläge
    Da Außenstehende einen anderen Erfahrungshintergrund haben als ich, kann es sein, dass eine Lösung, die anderen hilft, für mich nicht die richtige ist. Die Coachin unterstützt mich, die für meinen Kontext richtigen Herangehensweisen selber zu finden.
  • Feedback
    Kleinste Anstöße von anderen können enorme Veränderungen bei mir bewirken. Ob sie das tun, hängt davon ab, ob sie zu meinen Umständen passen.
  • Um die Ecke gefragt
    Aus der häufigen Sackgasse „Wenn – dann“ kann ich herauskommen durch eine andere Art zu fragen. Ich suche nach Unterschieden in den Wahrnehmungen und Auffassungen verschiedener Akteure und finde heraus, wie das Zusammenspiel in Beziehungen funktioniert.
  • Resilience
    Ich entwickle eine flexible Sichtweise auf meine Umgebung sowie die Kompetenz, stets auf neue Herausforderungen gut reagieren zu können.
  • Widersprüche als Herausforderung
    Ich nutze Widersprüche als fruchtbare Anstöße zum weiteren Wachsen.
  • Coaching als Anstoß
    Die Coachin muss keinen inhaltlichen „Input“ leisten, sondern indem sie zuhört, bestimmte Fragen stellt oder Hypothesen anbietet, kann sie Anstöße geben. Das Ergebnis kann sie nicht vorhersagen oder kontrollieren.

Ausführlichere Informationen zum Systemischen Ansatz finden Sie auf der Website der Systemischen Gesellschaft.